Artikelserie: Innovative Rahmenbedingungen im Unternehmen

Unterschiedliche Perspektiven und Meinungen führen zum Erfolg (Teil 4 von 8)

von Thomas Hueber

am 15. September 2020

Wo viele intelligente Menschen zusammenkommen, dort entwickeln sich erfolgreiche Projekte. Das haben Unternehmen mittlerweile verstanden und setzen verstärkt auf den Ideen- und Kenntnisaustausch, oft auch über Grenzen hinaus. Kein Wunder: Schließlich sind die eigenen Mitarbeiter die wichtigste Ideenquelle für jedes Unternehmen – ein Potenzial, das bis vor Kurzem noch nicht ausreichend genutzt wurde. Doch wie werden aus den Ideen der Mitarbeiter konkrete Projekte? Von allein gelingt das nicht – Ideen müssen gefördert werden. Mitarbeiter, deren Weitblick nicht eingeengt wird, generieren Ideen, die zum Erfolg führen. Wichtig ist natürlich, dass das Arbeitsumfeld mitspielt – digitale Tools und Plattformen bieten den Angestellten den geeigneten Raum, um ihre Ideen zu testen und zu verwirklichen.

Der amerikanische Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle (JLL, Inc., USA, Gründung 1783, 92.000 Mitarbeiter, über 16 Mrd. US-Dollar Umsatz) hat ein spezifisches Tool entwickeln lassen, das Idea Stream, das Mitarbeitern auf der ganzen Welt ermöglicht, eigene Ideen und Lösungen, aber auch Best-Practice-Beispiele miteinander zu teilen. Somit können die mehr als 90.000 Mitarbeiter des Unternehmens von dem mobilen, cloud-basierten Tool profitieren, sich von ihren Kolleginnen und Kollegen inspirieren lassen oder andere dabei unterstützen, ihre Arbeit leichter und besser auszuführen. Unter anderem können die Mitarbeiter berichten, welche lehrreichen Erfahrungen sie gemacht haben, sie können ein Feedback abgeben oder von dem riesigen Ideenpool profitieren.

Wasser kann zwar nicht digitalisiert werden, doch mit der entsprechenden Digitalisierung können die Vertriebsprozesse deutlich erleichtert werden. Zur Verbesserung dieser Vertriebsprozesse tragen bei dem Getränkehersteller Gerolsteiner (Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, Deutschland, Gründung 1888, mehr als 800 Mitarbeiter, 308,7 Mio. Euro Umsatz) auch die Mitarbeiter/innen bei. Auf einer internen Plattform können die Angestellten über die Optimierung dieser Prozesse diskutieren und Verbesserungsvorschläge einreichen. Hunderte von Vorschlägen und Kommentaren dazu wurden bislang auf der Plattform veröffentlicht und es zeigt sich, dass die Mitarbeiter Innovationen dankend annehmen und sich auch gern Gedanken darüber machen, was im Unternehmen verändert werden müsste. Umgesetzte Ideen bringen den Mitarbeitern zudem Anerkennung, ganz nach dem Motto: „Ihre Meinung ist uns wichtig“. Sowohl für die Unternehmensleitung, als auch für jeden einzelnen Mitarbeiter ist diese Plattform ein Gewinn.

Bei der Investment-Bank Morgan Stanley (USA, Gründung 1935, mehr als 60.000 Mitarbeiter – über 40 Mrd. USD (2018)) werden Mitarbeiterprojekte in besonders innovativen Bereichen, wie etwa künstliche Intelligenz (engl.: Artificial Intelligence (abgekürzt: AI), Computerprogramme, die die menschliche Intelligenz nachahmen und selbstständig unterschiedliche Aufgaben erfüllen), Finanztechnologie, Datenanalyse u.a. finanziell gefördert. Mitarbeiter, die eine innovative Idee haben und diese testen wollen, können damit in dem betriebseigenen Innovation Lab „spielen“. Hier stehen ihnen Technologien und Software zur freien Verfügung – sie dürfen sich dieser nach Belieben bedienen, um zukünftige Produkte zu entwickeln.

Auch das e-Commerce und Softwareunternehmen OSF Global Services (Kanada, Gründung 2003, mehr als 1000 Mitarbeiter, 1,39 Mio. USD Umsatz) unterstützt Mitarbeiter mit guten Ideen. Jeder Angestellte kann Vorschläge einreichen, die dann von dem Product Lab überprüft werden. Wird eine Idee für gut befunden, bekommt der Mitarbeiter eine finanzielle Zuwendung und die Möglichkeit sein Vorhaben zu verwirklichen. Gefördert werden nicht nur einzelne Mitarbeiter, sondern auch Teams, die gemeinsam an der Entwicklung von Produkten arbeiten.

Fazit: Unternehmen, die innovativ bleiben möchten, nutzen das kreative Potenzial der eigenen Mitarbeiter aus, um Inspiration für erfolgreiche Projekte oder Produkte zu schöpfen.

Hier geht es zu Teil 3 der Beitragsreihe: Unternehmen mit Freude am Experimentieren – Digitale Technologien als Motor der Innovationskraft

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. Thomas Hueber
Gründer und Managing Partner von HME

Thomas Hueber ist Dipl.-Ing. Maschinenbau / Verfahrenstechnik.

Dipl.-Ing. Thomas Hueber berät und unterstützt seit über 30 Jahren das Executive & Senior Management von Produktions- und Technologieunternehmen.
Seit Gründung in 2015 konzentriert sich Thomas Hueber mit seinem Team auf die Produktionsoptimierung und Effizienzsteigerung im Engineering in KMUs sowie in BUs internationaler Industrieunternehmen.

Nach dem Studium war Thomas Hueber zunächst für den Stahl- und Anlagebaukonzern Preussag als Senior Project Engineer international tätig. Anschließend mehrere Jahre in mittelständischen Fertigungsunternehmen und Automobilzulieferern der metallverarbeitenden Großserienfertigung als Senior Manager/Bereichsleiter für Industrial Engineering. Später CTO, COO, GM, VP und Werkleiter in der Fertigung – meist parallel verantwortlich für Engineering, Entwicklung und Projektmanagement – von Produktions- und Technologieunternehmen in den Branchen Maschinenbau, Anlagenbau, Sondermaschinenbau und High Tech (Elektronik, Sensorik, Optik, Laser, Nanotechnologie).

In den Leistungsfeldern Einführung von Lean Manufacturing und Operational Excellence sowie im Projekt TurnAround (Projekt-Rettung) verfügt Thomas Hueber über besondere Erfahrungen. Darüber hinaus ist Thomas Hueber regelmäßig als C-Level Interim Manager in Produktions- und Technologieunternehmen erfolgreich unterwegs.

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