Artikelserie: Innovative Rahmenbedingungen im Unternehmen

Unternehmen mit Freude am Experimentieren – Digitale Technologien als Motor der Innovationskraft (Teil 3 von 8)

von Thomas Hueber

am 4. August 2020

Mut geht mit Entwicklung Hand in Hand. Wer sich und seinen Mitarbeitern nichts zutraut, der verharrt in einer Situation, die ihn nicht voranbringt. Das trifft auch auf Unternehmen zu. C-Level und Senior Manager, die Freude am Experimentieren haben, verzeichnen oft unerwartete Unternehmenserfolge. Ein Arbeitsumfeld, das von optimistischem Pioniergeist und dem Hang zu Neuem gekennzeichnet ist, begeistert auch die Mitarbeiter. Die Verwendung neuester Technologien und Erkenntnisse der Wissenschaft gehören zu den innovativen Rahmenbedingungen, die Unternehmen ihren Mitarbeitern anbieten können. Hinzu kommt, dass es einige Unternehmen erfolgreich verstanden haben, die besten Köpfe mit dem Entwickeln von digitalen Lösungen und Innovationen zu beauftragen, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.

Der US-amerikanische Halbleiterhersteller AMD, setzt auf sogenannte ‘Leapfrog-Teams’, die Innovationen schneller und erfolgreicher auf den Markt zu bringen und dadurch AMD die Möglichkeit geben, die Konkurrenz zu überholen. Diese ‘Leapfrog-Teams’ (Teams die bewusst einzelne Arbeitsschritte im Entwicklungsprozess überspringen) sind meist ausgewählte Entwicklungsteams, die an der nächsten Produktgeneration, zum Beispiel des Chip-Designs, parallel zum eigenen laufenden Entwicklungsgeschäft arbeiten. Die Leapfrog-Strategie setzt voraus, dass die notwendigen Ressourcen und das Know-How zur Verfügung gestellt wird, um bestehende Technologien so erfolgreich weiter zu entwickeln, dass daraus revolutionäre Produkte generiert werden.

Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten sehr oft zusammen, um herausragende Ergebnisse zu erzielen. Blue Prism, der britische Pionier und globale Marktführer im Bereich der RPA (robotergestützte Prozessautomatisierung) stellt seine Produkte, Software und die Ausbildungsmaterialien weltweit Universitäten zur Verfügung. Die Blue Prism University bietet darüber hinaus weltweit über 180 Partnereinrichtungen Schulungen zum Umgang mit ‘Connected RPA’ und zur Anwendung der neuesten AI-Funktionen an. In dem unternehmenseigenem Labor für künstliche Intelligenz (AI, Artificial Intelligence), arbeiten hochkarätige Entwickler zusammen, um die bisherigen Grenzen der RPA zu überschreiten und damit Systeme zur Produktivitätssteigerung zu entwickeln.

Forschen rund um die Uhr: der Physik-Forschungsbereich der privaten US-amerikanischen Johns Hopkins University, bietet seinen Forschungsmitarbeitern Zugang zu den neuesten Technologien, wie zum Beispiel 3D-Druckern, einer elektronischen Werkbank oder auch einem Virtual Reality/Augmented Reality Raum zur computergenerierten Echtzeitdarstellung der Wirklichkeit, an und das 24/7. Außerdem gibt es hier eine zentrale Datenbank, über die Forscher erfahren können, welche Entwicklungen und Entdeckungen in anderen universitätseigenen Labors bereits gemacht wurden. Dadurch, dass die Forscher Informationen zu den jüngsten Entwicklungen erhalte, aber auch die modernsten Technologien nutzen können, stieg ihre Produktivität um ein Vielfaches. Mehr als 400 neue Entwicklungen und insgesamt 30 neue Patente konnte das Labor für angewandte Physik allein im vergangenen Jahr für sich anmelden.

Auch bei dem Softwareriesen Mozilla wird Innovation großgeschrieben: Der Open-Source-Technologienentwickler, der 2004 die erste stabile Version von Firefox auf den Markt gebracht hat, hat in den vergangenen vier Jahren etwa 6,4 Millionen US-Dollar verschiedenen Universitäten und Forschungsinstituten zur Verfügung gestellt, um gemeinsam mit dem unternehmenseigenen ‘Open Innovation Team’ verschiedene Open-Source-Softwareprodukte zu entwickeln. Mozilla hat es erfolgreich verstanden, diese Innovationsquellen und Plattform zu nutzen, um eigene, innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

In einem außergewöhnlichen Umfeld ohne Einschränkungen, das das innovative Denken fördert, können Mitarbeiter erfahrungsgemäß ihr kreatives Denken besser entfalten. ‘Greenhouse‘ nennt sich das Konzept von Deloitte (US-Consultant), dass Mitarbeiter dabei unterstützt, geschäftlichen Herausforderungen erfolgreich anzugehen. In einem besonderen Raum, das ‘Greenhouse‘, werden hoch innovative und technische Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, teilen Experten ihr Wissen und stehen unterstützend zur Verfügung. Gerade bei komplexen Aufgabenstellungen kann das Deloitte Greenhouse behilflich sein, innovativ und kreativ nach erfolgreichen Lösungen zu suchen.

Der Einsatz von neuen digitalen Technologien und das Schaffen eines Arbeitsumfeldes, das zum kreativen Denken anregt, bringt die Produkt- und Dienstleistungsinnovation voran.

Hier geht es zu Teil 2 der Beitragsreihe: Der Wissenstransfer unter Mitarbeitern ist wichtig

Hier geht es zu Teil 4 der Beitragsreihe: Unterschiedliche Perspektiven und Meinungen führen zum Erfolg

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. Thomas Hueber
Gründer und Managing Partner von HME

Thomas Hueber ist Dipl.-Ing. Maschinenbau / Verfahrenstechnik.

Dipl.-Ing. Thomas Hueber berät und unterstützt seit über 30 Jahren das Executive & Senior Management von Produktions- und Technologieunternehmen.
Seit Gründung in 2015 konzentriert sich Thomas Hueber mit seinem Team auf die Produktionsoptimierung und Effizienzsteigerung im Engineering in KMUs sowie in BUs internationaler Industrieunternehmen.

Nach dem Studium war Thomas Hueber zunächst für den Stahl- und Anlagebaukonzern Preussag als Senior Project Engineer international tätig. Anschließend mehrere Jahre in mittelständischen Fertigungsunternehmen und Automobilzulieferern der metallverarbeitenden Großserienfertigung als Senior Manager/Bereichsleiter für Industrial Engineering. Später CTO, COO, GM, VP und Werkleiter in der Fertigung – meist parallel verantwortlich für Engineering, Entwicklung und Projektmanagement – von Produktions- und Technologieunternehmen in den Branchen Maschinenbau, Anlagenbau, Sondermaschinenbau und High Tech (Elektronik, Sensorik, Optik, Laser, Nanotechnologie).

In den Leistungsfeldern Einführung von Lean Manufacturing und Operational Excellence sowie im Projekt TurnAround (Projekt-Rettung) verfügt Thomas Hueber über besondere Erfahrungen. Darüber hinaus ist Thomas Hueber regelmäßig als C-Level Interim Manager in Produktions- und Technologieunternehmen erfolgreich unterwegs.

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