Artikelserie: Projekt Turnaround

Projekt gerettet – Was folgt jetzt? (Teil 5 von 5)

von Thomas Hueber

am 2. Juni 2020

Das Fünf-Phasen-Modell des Turnarounds trägt Früchte. In der letzten Etappe wird das Erreichte für die Zukunft gesichert.

Eigentlich würden Sie am Ende des Projekts am liebsten sagen: „Oh, jetzt kann ich endlich beruhigt aufatmen“. Ihr Projekt, in das Sie all Ihre Ressourcen und Hoffnungen gesteckt haben und das trotzdem auf der Kippe gestanden hat, steht nun wieder auf festen Beinen, und das nur dank eines erfahrenen Projekt Turnaround Managers, der den Turnaround zum Erfolg geführt hat. Freuen Sie sich aber nicht zu früh! Denn Projekterfahrungen, die gerettet wurden, müssen auch für die Zukunft „gesichert“ werden.

Die ersten vier Phasen des Turnarounds liegen allesamt hinter uns. Das Problem wurde erkannt, die notwendige Vorgehensweise analysiert und die richtigen Maßnahmen getroffen, damit das Projekt sich stabilisiert und zum Besseren wendet. Es fehlt nur noch eins: Die Phase der “nachhaltigen Sicherung“, bei der sichergestellt wird, dass das Projekt nicht wieder aus der Bahn gerät beziehungsweise künftige Projekte nicht durch ähnliches Verhalten das gleiche Schicksal erfahren.

Die fünfte Phase des Turnarounds ist besonders wichtig und sollte nicht ignoriert werden. Zwar ist die größte Gefahr schon vorbei und das Projekt zeigt wieder positive Ergebnisse, dennoch gilt es, all die gelernten Lektionen Revue passieren zu lassen. Welche Ursachen lenkten das Projekt in die falsche Bahn? Was lief gut, was weniger gut? Wie machte sich die Krise erkennbar? Welche Maßnahmen halfen dem Projekt wieder auf die Beine? Welche Maßnahmen könnten künftig getroffen werden, um einer Krise vorzubeugen?

Das sind nur einige der Fragen, die man im Bereich der „gelernten Lektionen“ beantworten sollte. Die gelernten Lektionen sollten allen Teammitgliedern vorgestellt werden. Eine entsprechende Diskussion aller am Projekt Beteiligten ist an dieser Stelle erwünscht, denn aus dem Turnaround kann sicherlich jeder etwas lernen. Ergebnisse und Erfahrungen sollten jetzt erfasst und dokumentiert werden, damit sie vor dem Start nachfolgender Projekte zur Verfügung stehen und durchgesehen werden können.

Auch sollten an dieser Stelle die neuen Verhaltensmuster übernommen und gefestigt werden, damit sichergestellt wird, dass sich die alten Verhaltensmuster, die zur Krise geführt haben, nicht ungewollt wieder in den guten Verlauf künftiger einschleichen.

“Nachhaltigkeit“ ist ein Schlagwort, das zum Schluss von Projekten an Bedeutung gewinnt. Es geht um Nachhaltigkeit in der Vorgehensweise, damit ähnliche Situationen künftig vermieden werden. Von Bedeutung sind nicht nur die Methoden, Strategien und Tools, die man sich inzwischen angeeignet hat, sondern auch die sozialen Aspekte sollten dabei beachtet werden. Ein guter Projekt-Manager begeistert nämlich durch seine eigene Leidenschaft für das Projekt, er überzeugt durch Einfühlungsvermögen, hält sein Wort und ist ein Vorbild von Integrität und Mindset beziehungsweise Geisteshaltung.

In diesem Sinne: Der Wert einer Veränderung beruht auf seiner Dauer.

Hier geht es zu Teil 4 der Beitragsreihe: Der Faktor „Mensch“ im Projekt-Turnaround-Prozess

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Über den Autor

Thomas R. Hueber, Dipl.-Ing., ist Gründer von Hueber Management Engineers (HME) und begleitet Industrieunternehmen seit 2001 bei der nachhaltigen Verbesserung von Kosten, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Als ehemalige Führungskraft in Industrie- und Produktionsunternehmen – unter anderem als Werkleiter, VP und Business Unit Leiter – verbindet er operative Praxiserfahrung mit Industrial Engineering und strategischem Management. Sein Fokus liegt nach der Erstellung von Konzepten, vor allem auf deren konsequenter Umsetzung bis zum messbaren Ergebnis. Seine Vorgehensweise ist vielfach bewährt — gerade auch im Umfeld von Cost Improvement & Performance Improvement TurnAround & Transformationen und von Private-Equity-Investoren.

HME steht für Cost & Performance Improvement mit nachhaltiger Wirkung: fundierte Analyse, individuelle Lösungsentwicklung und operative Umsetzung aus einer Hand. Ziel jeder Zusammenarbeit ist es, messbare Ergebnisverbesserungen zu erzielen und gleichzeitig Kompetenzen dauerhaft im Unternehmen zu verankern.

Weitere Details finden Sie hier auf dieser Homepage – oder auf www.thomas-hueber.de – oder auf LinkedIn unter www.linkedin.com/in/thomas-r-hueber-hme/

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