Manufacturing Footprint : Produktionsnetzwerke neu denken: Wie der richtige Footprint Wettbewerbsvorteile schafft

von Thomas Hueber

am 9. August 2025

Manufacturing Footprint : Produktionsnetzwerke neu denken: Wie der richtige Footprint Wettbewerbsvorteile schafft

Viele Unternehmen sprechen über Produktionskosten. Wenige sprechen über die Struktur, die diese Kosten überhaupt entstehen lässt.

Ein Manufacturing Footprint ist weit mehr als die Summe einzelner Werke. Er bestimmt, wo Wert geschaffen wird, wie Logistikosten anfallen, wie flexibel ein Unternehmen auf Veränderungen reagieren kann und wie robust seine Lieferfähigkeit ist.

Der Footprint ist keine Folge der Strategie. Er ist ihre operative Übersetzung.

Wer Produktionsnetzwerke über Jahre wachsen lässt, ohne sie regelmäßig zu hinterfragen, optimiert irgendwann nur noch die Komplexität.

Nicht der einzelne Standort zählt – sondern das Netzwerk

Viele Werke arbeiten für sich betrachtet effizient. Und dennoch ist das Produktionsnetzwerk insgesamt langsam, teuer und unflexibel.

Warum ?    Weil Standorte historisch begründet hinzugekommen sind, nicht strategisch entwickelt und hinterfragt wurden.

Neue Werke wurden aufgebaut, integriert, Produkte wurden verlagert und Kapazitäten erweitert. Die eigentliche Frage blieb unbeantwortet: Welche Aufgabe soll jeder Standort künftig erfüllen ?

Ein Produktionsnetzwerk wird nicht dadurch leistungsfähig, dass jedes Werk alles möglichst gut kann. Es wird leistungsfähig, wenn jeder Standort einen klaren Beitrag zur Gesamtstrategie leistet. Produkt- und Technologieallokation, regionale Marktnähe und Spezialisierung sind dafür entscheidende Hebel.

Wer nur in Kosten senkt, löst das eigentliche Problem nicht

Standortentscheidungen werden häufig über Lohnkosten begründet.
Das greift zu kurz.

Ein günstiger Standort mit langen Lieferwegen, instabiler Versorgung oder fehlendem Fachpersonal wird schnell zum teuren Standort.

Nicht die niedrigsten Kosten schaffen Wettbewerbsvorteile.
Sondern die höchste Wertschöpfung pro eingesetztem Euro.

Ein Manufacturing Footprint muss deshalb die gesamte Wertschöpfung betrachten: Beschaffung, Produktion, Logistik, Support und Vor-Ort-Service. Erst dann entsteht ein belastbarer Business Case.

Wenn Wachstum zur Komplexitätsfalle wird

Mit jedem neuen Werk steigt nicht nur die Produktionskapazität. Es steigen auch Koordinationsaufwand, Schnittstellen, Bestände, dezentraler Overhead und Führungsanforderungen.

Viele Unternehmen wachsen schneller als ihre Organisation.

Komplexität ist kein Zeichen von Größe. Sie ist häufig ein Zeichen fehlender Entscheidungen.

Ein leistungsfähiges Produktionsnetzwerk braucht deshalb klare Rollen: Welche Produkte werden wo gefertigt ? Welche Technologien werden konzentriert ? Welche Kompetenzen werden bewusst aufgebaut – und welche nicht?

Standortrisiken in Chancen verwandeln

Ein Werk zu eröffnen oder zu schließen ist keine Immobilienentscheidung. Es ist eine unternehmerische und strategische Entscheidung. Denn jede Veränderung beeinflusst Kunden, Lieferanten, Kosten, Aufwand, Zusammenarbeit, Know-how und Kapitalbindung.

Deshalb beginnt Footprint-Optimierung nicht mit der Suche nach einem neuen Standort.
Sie beginnt mit Transparenz.

Wer seine Stärken, Risiken und Kapazitäten nicht kennt, kann sein Netzwerk nicht sinnvoll verändern.

Ein objektives Performance- und Risiko-Assessment schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen und reduziert die Gefahr kostspieliger Fehlentwicklungen.

Der beste Footprint nützt nichts ohne ein passendes Operating Model

Selbst ein optimal verteiltes Produktionsnetzwerk scheitert, wenn Planung, Steuerung und Verantwortlichkeiten nicht standortübergreifend funktionieren.

Ein Manufacturing Footprint braucht deshalb ein Operating Model, das Entscheidungen beschleunigt, Prozesse vereinheitlicht und Verantwortlichkeiten eindeutig regelt.

Struktur schafft Möglichkeiten. Führung macht sie wirksam.

Fazit

Ein Manufacturing Footprint ist kein einmaliges Investitionsprojekt. Er ist ein fortlaufender Managementprozess. Märkte, Lieferketten und Technologien verändern sich.

Ein Produktionsnetzwerk muss sich mit ihnen verändern.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht : „Wo produzieren wir heute ?“

Sondern : „Paßt unser Produktionsnetzwerk zu den Märkten, in denen wir morgen erfolgreich sein wollen ? — Denn Wettbewerb entsteht nicht im einzelnen Werk. Er entsteht durch das Zusammenspiel aller Werke.

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Hueber Management Engineers | HME steht für Produktionsoptimierung und Umsetzung, die nicht bei der Konzeption endet. Als industrieerfahrene Führungskraft und Ihr Partner für Industrial Engineering & Management verbindet Thomas R. Hueber fundierte Analyse, individuelle Konzeption und operative Umsetzung. Das Ergebnis : Lösungen, die messbar wirken und neue Kompetenzen dauerhaft im Unternehmen verankern.

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Über den Autor

Thomas R. Hueber, Dipl.-Ing., ist Gründer von Hueber Management Engineers (HME) und begleitet Industrieunternehmen seit 2001 bei der nachhaltigen Verbesserung von Kosten, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Als ehemalige Führungskraft in Industrie- und Produktionsunternehmen – unter anderem als Werkleiter, VP und Business Unit Leiter – verbindet er operative Praxiserfahrung mit Industrial Engineering und strategischem Management. Sein Fokus liegt nach der Erstellung von Konzepten, vor allem auf deren konsequenter Umsetzung bis zum messbaren Ergebnis. Seine Vorgehensweise ist vielfach bewährt — gerade auch im Umfeld von Cost Improvement & Performance Improvement TurnAround & Transformationen und von Private-Equity-Investoren.

HME steht für Cost & Performance Improvement mit nachhaltiger Wirkung: fundierte Analyse, individuelle Lösungsentwicklung und operative Umsetzung aus einer Hand. Ziel jeder Zusammenarbeit ist es, messbare Ergebnisverbesserungen zu erzielen und gleichzeitig Kompetenzen dauerhaft im Unternehmen zu verankern.

Weitere Details finden Sie hier auf dieser Homepage – oder auf www.thomas-hueber.de – oder auf LinkedIn unter www.linkedin.com/in/thomas-r-hueber-hme/

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