Produktionskosten sinken – aber die Kosten der fehlgeleiteten Organisation explodieren

von Thomas Hueber

am 16. November 2025

Die versteckten Kosten überorganisierter Produktionssysteme

Die Produktionskosten, die heute zählen, sind gering – erstaunlich gering.
Doch was wir an Strukturen, Meetings und Schnittstellen drumherum bauen,
macht aus Effizienz Verschwendung.

Die eigentliche Verschwendung beginnt dort,
wo wir für morgen produzieren,
obwohl wir heute liefern könnten.

Was dann folgt, ist bekannt – und wird doch täglich ignoriert :

Materialflüsse explodieren ➜ damit die Anzahl der Gabelstapler, lange Pufferzonen und Umrüstzeiten tun ihr übriges

Überproduktion blockiert Fläche ➜ Hallenkosten steigen.

Noch mehr IT, Plattformen und Anwendungssoftware ➜ weil das Chaos einen digitalen Deckel braucht.

Mehr unnötige Bewegungen ➜ mehr Menschen ➜ mehr Lohnkosten.

Mehr Einkauf ➜ weil ‘viel’ Beschaffungsaktivität Sicherheit suggeriert, aber Material Kapital bindet.

Qualität sinkt ➜ denn Altbestände altern, rosten, verspröden, verwittern.

Weniger Liquidität ➜ weil das Working Capital in Lagerware verdunstet.

 

Lean gedacht, verschwenderisch geworden – das Paradoxon der modernen Fertigung

Was nicht gebraucht wird, kostet – jeden Tag. Und zwar nicht nur Platz, sondern Produktivität.

Die einfache Wahrheit :
Die meisten Produktionssysteme sind besser im Lagern als im Liefern.
Und sie rechtfertigen es mit vermeintlicher ‘Flexibilität’, ‘Vorbereitung’ oder ‘Effizienz’.
Doch in Wahrheit finanzieren sie Stillstand – in Bewegung verpackt.

Die Gegenfrage lautet :

Wie wäre es, nur das zu produzieren, was heute wirklich raus muss ?

 

Jenseits von Kostensenkung – die neue Logik echter operativer Einfachheit

Nicht mehr, nicht früher, nicht für später.
Sondern: Jetzt. Präzise. Bedarfsgerecht.

Das ist nicht romantisch. Das ist Just-in-Time – richtig verstanden.
Und das ist der Unterschied zwischen ‘Produktion’ und ‘Produktionskompetenz’.

‘Wert entsteht am Kunden. Nicht am Palettenregal.’

Die Tools ? Kanban, Heijunka, Supermarkt-Prinzipien – und vor allem : der Mut, Alibi-Bestände aufzugeben.

Denn der wahre Kostenblock ist nicht das Material.
Es ist die Angst, dass es ‘vielleicht bald gebraucht werden könnte’.

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Ich habe über drei Jahrzehnte Führungsverantwortung in Produktion, Industrial Engineering  und Process Engineering hinter mir. Heute begleite ich Produktionsunternehmen, die bereit sind, sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen – und etwas zu verändern.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, finden Sie mich im Netz.
Ob Sie es tun, entscheiden Sie.

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Über den Autor

Thomas R. Hueber

Gründer von HME, Dipl.-Ing. Verfahrenstechnik

Mit über drei Jahrzehnte Führungsverantwortung in Produktion, Industrial Engineering und Process Engineering, begleite ich seit über 10 Jahren Produktionsunternehmen, die bereit sind etwas zu verändern.

Als langjähriger COO, Werkleiter, CTO und Interim Executive unterstütze ich Führungsteams dabei, Produktion, Produktentwicklung, Industrial Engineering und Projekte spürbar zu verbessern – pragmatisch schnell, mit spürbarer Wirkung, mit klaren und greifbaren Resultaten.

In den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Sondermaschinenbau und High Tech (Elektronik, Optosensorik, Zulieferer der Halbleiterindustrie, Laser, Dünnschichttechnologie), Shop Floor bewährt, Hands-on. Mit dem Hintergrund aus einer techn. Berufsausbildung. Stets auf Augenhöhe. Erfahren in Performance Improvement. Post Merger Integration. Lean Manufacturing. TurnAround & Change Management.

Weitere Details finden Sie hier auf dieser Homepage – oder auf www.Thomas-Hueber.de

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